Fotobuch von Saal Digital – Ein Test


Es ergab sich dieser Tage, dass ich auf eine Aktion von Saal Digital gestoßen bin, welche einen Gutschein für ein Fotobuch offerierte, in dessen Gegenzug der geneigte Gelegenheitslayouter seine Erfahrungen sowohl mit der Saal Software als auch eine Bewertung des fertigen Fotobuches niederschreiben mochte.
Da ich gerade das erste Jahr meines Fotoprojekts „Gesichter einer Szene“ abgeschlossen sah, fand ich den Gedanken, die Fotos in ein Buch zu gießen, recht reizvoll.
Im Folgenden also meine Erfahrungen, welche – soviel sei voraus gesagt – gemischt ausfielen.

Die Erstellung:

Die Saal Digital Software gibt es für Windows und Mac, was Linux Nutzer ausschließt, diese so etwas aber gewohnt sind. In Zeiten recht potenter Hardware ist das jedoch nicht so ein großes Problem. Ich starte also auf meinem Linux Desktop ein VM (virtuelle Maschine), die mir ein Windows 7 bereitstellt, welches ich für genau solche Zwecke innerhalb meines Betriebssystems installiert halte.
Die Installation der Saal Software verläuft dann ohne Problem, sie startet zügig und der Begrüßungsbildschirm bietet die erste Auswahl, was man eigentlich drucken lassen möchte.
Ich wähle hier selbstredend das Fotobuch. Hier gibt es verschiedenste Formate, sowohl in der Größe als auch der Ausführung. Meine Wahl fällt auf ein DIN A4 Buch im Querformat mit mattem Cover und matten Innenseiten. Möglich ist auch, beides glänzend zu drucken, sowie mit einer Wattierung des Buchcovers, doch danach steht mir nicht der Sinn, ich möchte es so schlicht wie möglich.  Es gibt sehr viele Vorlagen für die unterschiedlichsten Anlässe und jede Menge Cliparts. Wer darauf steht, kann hier also aus dem Vollen schöpfen und sich inspirieren lassen.


Ich jedoch starte mit einem sehr einfachem Layout, welches auf jeder Seite eine Bildbox vorsieht, umgeben von einer weißen Umrandung, dazu kommt unter jedes Foto eine Textbox. Man zieht also per Drag and Drop die Bildboxen auf eine Doppelseite und braucht hernach nur noch die zwei Fotos für eine Doppelseite in die jeweiligen Felder ziehen. Fertig. Eine bequeme Automatik, und obschon ich Automatiken nicht traue, benutze ich sie hier gern. Das war mein Fehler.
Im fertigen Buch werden die unteren Teile der originalen Fotos abgeschnitten sein. In erster Linie ist das natürlich mein Fehler, ich hätte eben ganz genau hinsehen sollen, was mit den Fotos in der Box passiert. Ich habe auch eine Vermutung, warum es mir nicht aufgefallen ist: Ich habe diese Fotos schon so oft „angefasst“, – also bei der Auswahl nach dem Shooting, beim finalen Bearbeiten, bei der Auswahl und dem Einfügen in meinem Blog oder auf Facebook – dass ich wohl betriebsblind war. Mein Gehirn scheint die unteren Bildbereiche für mich hinzugefügt zu haben. Mein Fehler und sehr ärgerlich.
Nach dieser Erfahrung wünschte ich, die Software würde eine explizite Warnung ausgeben, wenn ein Foto nicht in eine Box passt, so wie sie eine Warnung ausgibt, wenn man mit dem Rand eines Objekts genau auf die Schnittkante kommt. Oder, die Software bietet Bildboxen an, die dem 3×2 Format der meisten digitalen Spiegelreflexkameras entsprechen, oder dem 4×3 Format der meisten digitalen Kompaktkamera sowie den Kameras mit Micro Four-Thirds Sensoren.
Ich habe dann doch noch einmal geschaut, wie das Problem zu umgehen ist. Dazu nimmt man eine leere Seite, keine Bildbox und zieht das Foto auf diese leere Seite und skaliert es unter Beibehaltung der Aspekt-ratio bis zur gewünschten Größe und dem gewünschtem Rand (welcher nun natürlich nicht mehr gleichbleibend den selben Umlauf hat) und speichert das Ganze als eigene Vorlage ab.

Das Cover habe ich vorab mit einer uralten Version von Photoshop (Vers.2, offene Lizenz) so gestaltet, wie ich es mir vorgestellt habe, und auf die Umschlagseiten gebracht. Unter die Fotos kamen Textboxen. Nach dem Fertigstellen, galt meine größte Aufmerksamkeit eventuellen Rechtschreibpatzern und wie ich oben bereits erwähnte leider nicht den Fotos ;-(
Der Bestellvorgang erfolgt aus dem Programm heraus, kurz vor dem Upload war ich unsicher, ob ich auch wirklich die „Bildoptimierung“ der Saal Software ausgeschaltet hatte (wenn man seine Fotos selbst entwickelt und bearbeitet ist das kontraproduktiv), fand aber den Button dafür nicht mehr. Jener, so habe ich beim anlegen eines Testprojektes herausgefunden, ist nach dem endgültigem Deaktivieren auch nicht mehr zu sehen.
Dienstagabend erfolgte der Upload, am Donnerstag war das Buch da. Keine Ahnung, ob das immer soooo schnell geht, es war jedenfalls ungewöhnlich schnell, und freute mich natürlich.

Das Buch:

Die samtartigen matten Buchdeckel fassen sich unheimlich gut an, noch dazu darf man sie gern anfassen, denn Fingerabdrücke hinterlassen keine Spuren. Die Bindung ist so gehalten, dass das Buch eben aufgeklappt werden kann, was auch von Vorteil ist, wenn Fotos über den Falz reichen sollen. Die Ecken sind sauber verklebt, alles macht einen stimmigen Eindruck.
Die Innenseiten sind in meinem Buch ebenfalls matt. Auch hier hinterlässt das Umblättern keine Fingerabdrücke. Dennoch reflektieren die Seiten ein wenige das Licht, was aber absolut nicht störend beim Ansehen der Fotos ist, im Gegenteil, lässt sich doch so auch die Struktur des Papiers beurteilen. Da bei dieser Art Fotobuch zwei auf Fujicolor Crystal Archive Album Papier gedruckte Fotos zusammen geklebt werden, galt mein Blick auch der Verklebung. Ich kann keinen Grund zu Beanstandung finden. Sauber verklebt und geschnitten, alle Seiten genau übereinander, und in ihrer Stärke nicht zu dick (obschon es auch eine Version mit extra dicken Seiten gibt), blättern sich die Seiten sehr gut.
Die Farben sind – auch wenn es sich bei mir um ein reines Schwarz/Weiß Buch handelt – so, wie ich sie erwartet habe. Es ist kein Farbstich im Schwarz/Weiß vorhanden. Die Motive sind einen kleinen Tick dunkler, was in den schwarzen Bereichen, die nicht tief schwarz sind, einige Details untergehen lässt. Ich finde das aber absolut okay, denn Papier leuchtet nun mal nicht und ohne Vorabdruck lässt sich das Ergebnis nur sehr schwer vorhersagen. Ich habe übrigens die Fotos für den Druck nicht auf volle Auflösung aufgeblasen, sie waren ca. vier Megapixel groß. Dennoch sind sie detailreich und scharf, und wenn ein Foto nicht so scharf daher kommt, dann liegt es schlicht daran, dass ich beim Fotografieren den Fokus nicht 100%tig getroffen habe, mich aber dennoch für dieses Foto entschieden habe, weil es mir vom Ausdruck her gefallen hat. So ist das eben manchmal 😉

Das Fazit:

Ein wirklich hervorragendes Fotobuch mit sehr schönem Finish und gutem Anfassgefühl, sehr guter Druckqualität und Verarbeitung.
Den Fuck Up mit den abgeschnittenen Fotos am unteren Bildrand muss ich zum Großteil auf meine Kappe nehmen, da wünschte ich mir, die Software hätte mir eine Warnung ausgeben.
Dennoch glaube ich, für die nächsten Fotobücher, sei es für mich persönlich oder im Rahmen eines Auftrages, einen Favoriten gefunden zu haben.

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