Gesichter einer Szene No.13

warum mein Auto ein Laster ist…

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Ich bin etwas spät dran als ich mich nach Neuzelle aufmache, dort vor der Klosterbrauerei bin ich mit Atze verabredet. Während ich so dahin düse, fällt mir ein, dass die Ortsdurchfahrt gesperrt sein könnte, man da komme ich ja noch später! Ich biege also vor der Sperre rechts ab, normal wäre ich jetzt in einer Minute am Treffpunkt gewesen, so versuche ich mich hintenrum dem Ort zu nähern. Das gelingt…nicht, ich umkreise wie ein Adler die Maus das Ziel, merke aber das wird nix, ich stelle das Auto ab. Nun laufe ich über das komplette Klostergelände bis vor zur Brauerei, ich bin eine viertel Stunde drüber, nicht meine Art. Meine Stiefel massieren laut das Pflaster, meine Kette zur Geldbörse, nebst Schlüssel und Flaschenöffner rechts an meiner Hose geben ein klapperndes, bedrohliches Konzert, so dass ich die Blicke all der Touristen hier auf mich ziehe. Atze und seine Freundin haben bei dem geilen Wetter heute die Ruhe weg, und bedeuten mir nach unserer Begrüßung „keinen Stress!“ Das will ich ja gern teilen, jedoch wurmt mich noch etwas. Das Wetter ist mir zu gut. Ich meine, klar Sonne kann, geschickt eingesetzt, für coole Effekte sorgen, für meine Serie ist sie denkbar ungeeignet. Der Plan war in der Brauerei zu shooten, aber daraus wurde nix, weil Atze – selbst Brauer in eben der Klosterbrauerei – letzte Woche Urlaub hatte und deshalb keinen Schlüssel bei hat. Na gut, das wusste ich bereits weshalb ich mir schon Gedanken machte, wo wir nun fotografieren. Ich kenne das Gelände so ganz gut, aber es ist eben alles unter freiem Himmel, ihr versteht?

Allerdings sah ich bei meinem Marsch im Stechschritt oben an der Orangerie eine Art Pavillon, da will ich hin und meine Begleiter auch. Das macht allerdings nur Sinn, wenn wir erst zum Auto laufen und das Equipment holen, aber gut, da können wir schon ganz entspannt quatschen über das Wie und Warum bei Atze und dem Metal. Der kleine Pavillon gefällt mir dann viel besser, als er mir vorhin beim zügigen Passieren erschien, er hat tolle gotisch anmutende Bögen und: von oben keine Sonne 😉 Ich höre noch weiter der Geschichte zu, die mir Atze über sich erzählt und baue nebenher mein Licht auf, dann geht’s an das Fotografieren. Atze ist immer mal für ein Späßchen vor der Kamera zu haben und nicht der Typ für ein ernstes Gesicht, muss er auch nicht, mir gefällt was ich sehe, seiner Freundin auch und schon sind wir fertig. Die Beiden begleiten mich noch helfend zurück zum Auto, das Wetter ist herrlich, es wird Frühling Leute!

Auf meiner Rücktour gucke ich an der Kreuzung nochmal nach rechts Richtung Sperre, mehr so flüchtig. Sehe ich da gerade ein Schild, welches die Durchfahrt NUR für LKW sperrt??? Das kann doch nicht…kann es. Dennoch steure ich meinen neuen „Lastkraftwagen“ zufrieden nach Hause. Biste halt Brummi Fahrer… 😉

Steckbrief:

Atze „der Graf“ (27) Brauer

Fan, Vize Chefe und Organisator bei EndWar-Records

Atze, dem irgendwann mal „der Graf“ angehängt wurde (so was wird man ja dann nie wieder los 😉 ), hörte mit 12 Jahren so Zeug wie Linkin Park, also eher so charttaugliche Mucke, bis ihn eines Tages sein Cousin darauf aufmerksam machte, sich mal Slipknot reinzupfeifen. Das tat er dann mit deren „Iowa“ Scheibe auch und bezeichnet dieses Erlebnis heute als seinen Einstieg in die echt abgedrehte harte Musik. Den Umweg über klassischen Heavy Metal schenkte sich Atze: „ich glob, da ist mir der Gesang meist zu hoch“ 😉 Was also tun? Schneller, weiter, höher mit Grind Core und Napalm Death die Härtegrade ausloten. Bingo, die zweite Initialzündung: Excrementory Grindfuckers. Atze lacht gern und das passt gut zu seiner Lieblingsmucke, denn in der Grind und Crust Fraktion kann man eines sehr gut: sich nicht allzu ernst nehmen…

spielte Bass bei Dead Scum

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