Gesichter einer Szene No.14

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Heute bin ich mit Keili verabredet. Ich kenne ihn schon ziemlich lange und für mich war schon frühzeitig klar, dass ich Keili in meiner Serie dabei haben will. Diesmal ist keine längere Anreise, wie bei den letzten Shootings von Nöten, was ich auch mal wieder sehr entspannend finde, obwohl ich schon wieder an einer Vollsperrung umdrehen musste (diesmal war’s ein Bahnübergang in der Altstadt). Außerdem – so stellt sich raus – beherbergt Keili in seiner geräumigen Altbauwohnung natürlich ein Musikzimmer, ihr wisst ja, dass ich so etwas liebe. Nachdem ich Carla (seine bessere Hälfte) und Keili begrüßt habe, ist die Frage nach dem Getränk recht schnell geklärt, da Keili heute noch die Spätschicht schieben muss, soll es Kaffee sein…aber erst das Fotografieren. Das schöne große Zimmer bietet einige fotogen, verlockende Ecken. Regale bis an die Decke mit CD’s, DVD’s, Vinyl, Bücher, dennoch entscheide ich mich recht schnell für das eher niedrige Regal, in dem der Plattenspieler seinen Platz gefunden hat, nicht zuletzt, weil sich hier eine fette Karl Marx Biografie breit macht, was mir sympathisch ist 🙂

Keili macht uns erst mal schöne Musik rein. Die Wahl fällt auf Black Shape Of Nexus, deren Mucke mir noch gut aus ihrem Besuch beim Stahlwerk Radio in Erinnerung sind, ein guter Soundtrack zum Fotos machen! Los geht’s. Jalousien runter, Licht verbiegen, Posen testen. Da Keili eine Brille trägt, gilt es drauf zu achten, dass der Hauptblitz keinen Reflektionen in den Gläsern hervorruft, Einfallswinkel=Ausfallswinkel ist hier die Devise für gutes Gelingen. Dabei wabbern unaufhörlich die doomig schweren Klänge der BSON aus den Boxen, echt abgefahren, Fotografieren mit einem Anflug von Trance 😉

Im Anschluss sitzen wir gemütlich in der Küche, trinken Kaffee und labern noch eine ganze Weile über gemeinsame Bekannte, das Leben, Musik oder die Flugbahn der ISS, deren Überflug sich auf Carlas Handtelefon durch einen Signalton ankündigt. Nach doch schon fast zwei Stunden mache ich mich auf den Heimweg, mit dem Gedanken, mich mal wieder mit Keili auf ein Bierchen zu verabreden…und über Mucke zu labern.

Steckbrief:

Keili ((51) Chemikant

Fan, Konsument 😉 Sammler und Konzertgänger

Keili hört schon so lange Musik, wie manch Teilnehmer meiner Serie alt ist 😉 Begonnen hat es bei ihm mit so Bands wie Yes, Deep Purple oder Black Sabbath, zu einer Zeit, er mochte da in der sechsten, siebenten Klasse gewesen sein, als Metal so wie wir ihn heute kennen, schlicht noch gar nicht richtig existierte. Auch die einschlägigen Musiksendungen im Westfernsehen, welche unser damals junge Freund regelmäßig verschlang, hatten wenig gemein mit dem was später als MTV’s Headbanger’s Ball oder „Mosh“ auf Tele5 bekannt wurde. Dennoch wuchs seine Liebe zum Metal nicht einfach so durch die Zeit, nein, es war der Umgang, der Keili hier entscheidend formte. Er lernte eben Anfang der 90er neue Leute kennen, und die hörten eben alle Heavy Metal und Keili ließ sich darauf ein. Das ich mit meinem Freund Lehmie (welcher ja auch schon diese Serie zierte) mit zu diesen Leuten gehörte die ihn da beeinflussten, hat mich echt überrascht und macht mich sogar etwas stolz 😉 Keili hört am liebsten Doom Metal in all seinen Facetten, ist aber natürlich auch allen anderen Stilrichtungen im Metal gegenüber aufgeschlossen, „…es sei denn, es ist irgendwie Gothic mit bei“ 😉 Und so bezeichnet Keili Kyuss’s 92er Album „Blues From The Red Sun“ denn auch als seine Initialzündung im Metal.

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