Gesichter einer Szene No.42

Gesichter einer Szene Sarah_2

Wie schon im Konzertbericht zur Pestbrarackenparty blieb mein Auto an jenem Sonnabend in der heimischen Parklücke. Ich konnte mit meiner Frau eine Mitfahrgelegenheit nutzen, was ich immer in vollen Zügen genieße. Fast pünktlich zur Verabredung erreichen wir die Pestbaracke, vor dessen Einlass ich Theresa wiedertreffe, die hier mit Sarah – ihrer Freundin – eine Kippe raucht. Sarah meldete sich vor einigen Wochen mit der Frage bei mir, ob ich noch Leute suche, die bei der Serie mitmachen wollen. “Immer”, war meine Antwort. Noch besser war, dass Sarah, zwar in Berlin wohnend, den Vorschlag machte, das Foto doch beim kommenden Konzert in der Pestbaracke in Eisenhüttenstadt zu machen. Deal, so machen wir das. Nun ist es soweit. Da ich ja kein Fahrzeug dabei habe, sind wir auf das zu Fuß erreichbare Umfeld des Klubs „Steelbruch“ – welcher sich praktisch im Industriegebiet rund um das EKO-Stahlwerk befindet – angewiesen. Gehen wir also mal ums Eck.

Zu finden sind hier in erster Linie flache Industriehallen mit Backsteinfassaden, worauf ich aber keine Lust habe. Eine Ziegelwand als Hintergrund? Nee, also bitte 😉 Nach einer kleinen Runde bemerke ich einen Container und ein breites Tor aus Maschendraht. Tja, Sarah, mal gucken, ob wir hier glücklich werden.

Diesmal neu: es ist dunkel! Ich meine, ich brauche ja das Umgebungslicht nicht für den Stil meiner Fotos in der Reihe, aber die zwei Straßenlaternen hier um uns herum machen sogar schon die Orientierung in meinem Fotokoffer etwas schwierig. Gut, die Handgriffe, die jetzt folgen, sind schon oft geübt, das Lichtstativ fix aufgebaut, wir fangen an. Sarah erzählt mir derweil ihre Geschichte, die in Hinblick der Verbindung ihrer Ausbildung oder auch Tätigkeit, in engem Zusammenhang mit ihrer Liebe zur Musik ausgesprochen interessant klingt. Nachdem ich mich, das Tor als geeigneten Hintergrund suchend, erfolglos daran abgearbeitet habe, schlage ich vor, das Set doch ein paar Meter weiter an den Container zu verschieben, so wie es tatsächlich mein erster Gedanke war. Die ersten Ergebnisse sehen vielversprechend aus, jetzt möchte ich zum Feinschliff übergehen, als… ich eine Nachricht erhalte, der ich nachgehen muss. Jule ist gleich da, und ich muss meiner Frau Bescheid geben, mit der zurückgelegten Eintrittskarte vor den Klub zu kommen. Wie immer…geht sie nicht ran ;-( Ich fange jetzt tatsächlich an, mit einer Hand den Blitz per Funkauslöser zu justieren, während ich mit der anderen das Telefon bediene. Auf Sarah muss das durchaus eigenartig wirken, ich erkläre mich entschuldigend, während sie herzhaft lachen muss. Ich dann auch.

Der Ruf bleibt ungehört, ich muss jetzt weitermachen, das wird sich schon klären. Fünf Minuten später passt mein Licht und wir beginnen mit den Fotos, und dank Sarahs offener Art bekommen wir recht schnell die gewünschten Ergebnisse. Nur gut, denn es ist nun bereist 20 Uhr durch, und im Klub habe ich auch noch ein paar Vorbereitungen zu treffen. Den Steckbrief wollen wir dann später in einer Umbaupause machen… dazu kommt es natürlich – wie schon beim Neiße Metal Meeting – nicht. Halb so schlimm, das können wir auch später per Mail nachholen, das Wichtigste ist immer, ich habe die Story live gehört. Das macht echt viel aus…

Steckbrief:

Sarah, Veranstaltungskauffrau, studierte Kulturwissenschaftlerin

Fan, Organisatorin

Kennt hier jemand George Michael’s „Faith“? Den Song gibt es auch auf dem Debüt Album der Amis Limp Bizkit, in einer hübsch abgedrehten Version. Jenes Album, und besonders dieser Song, übten auf Sarah Ende der 90er Jahre so große Anziehungskraft aus, dass ihr klar wurde, in dieser Richtung, dieser Art Musik, wird sie sich weiterentwickeln.
Als sie alt genug war, die Berlins Clubszene zu beackern, lernte sie die Freunde ihrer Freundin kennen, und das waren Metal Fans, also genau das, was Sarah gesucht hatte. Diese netten Menschen gaben ihr immer mal wieder Scheiben zum Antesten mit, und auch, wenn z.B. Six Feet Under(damals mit unter jenen Scheiben) nicht richtig bei ihr verfingen, wurde Death Metal mit seiner ungezügelten Energie ihr Lieblingsgenre. Es folgte ein Studium an der Uni und eine Ausbildung im K17, ein Umstand, den sich Sarah besser nicht hätte wünschen können.
Sie hatte nun mit den Musikern zu tun, deren Alben sie liebte, und über die Jahre sind das extrem viele geworden, sowohl bekannte und weniger bekannte Bands.
Dem Death Metal gilt bis heute ihre größte Aufmerksamkeit, Obituary sind eine ihrer größten Alltime Faves und wenn’s mal was anderes sein soll, sorgen Bands wie Sigur Rós oder Florence and the Machine für Abwechslung. Sarahs derzeitiges berufliches Betätigungsfeld befasst sich mit Booking und Betreuung von Komikern, was ziemlich passend ist, denn sie lacht sehr gern 🙂

Sozusagen Ehrenamtlich hilft Sarah bei der Künstlerbetreuung & Akkreditierung des Party.San Metal Open Air, und ist im Organisationsteam bei der Berlin Swamp Conspiracy

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making of…

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