Gesichter einer Szene No.47

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Es ist Freitag, mein Wecker klingelt 5:40 in der Früh…diesmal nicht. Warum auch? Ich habe Urlaub. Das mache ich schon seit einigen Jahren so. Ich nehme frei, wenn ich ein weiteres Lebensjahr vollendet habe. Ich feiere mit Müßiggang. Gegen halb neun wache ich auf, und nachdem ich mich frisch gemacht habe und der Kaffee fertig ist, starte ich den Plattenspieler.
Das Erste, was ich an diesem Tag im Jahr höre, ist – wie jedes Jahr – Metallicas “Master Of Puppets”. Es ist das wohl wichtigste Album für mich als Metal Fan, denn es hat damals einiges über den Haufen geworfen. Es führte dazu, dass ich Metallica Fan wurde, und es führte auch dazu, dass ich die Combo schon 1988 erstmals live in Budapest gesehen habe…Behind The Iron Curtain quasi.

gesichter-einer-szene_basti_1_lznWenn es nicht so mies-grau und nasskalt draußen wäre. Ich würde jetzt ziemlich sicher mit dem Ofen über die “Hausstrecke” zu bügeln, aber so? So muss die Sporty weiterhin in der Garage zittern, allerdings nicht vom sich schüttelnden V2. ;-(
Irgendwas muss es doch noch geben, was diesen Tag noch etwas glänzen lässt. Fotografieren!
Korrekt, denn heute klappt es mit einem meiner Wunschkandidaten. Kugler.
Der erste Versuch musste kurzfristig von ihm abgesagt werden, dann wurde es terminlich schwierig und zwischendurch schnitt er sich noch seine Matte ab. Da dachte ich: Scheiße, ich hätte ihn gern noch so fotografiert. Nun, Äußerlichkeiten…ja. Nun, Äußerlichkeiten… nein.  Der Mensch bleibt ja schließlich derselbe und da Kugler auch gerade ne Woche Urlaub hat, verabreden wir uns zu 15:30 in der Fabrik. Dort ist der Proberaum von Drenched In Blood, seiner Band, und ich bin einigermaßen gespannt, wie so ein Raum dort ist, weil ich noch keinen von Innen gesehen habe. Ich werde am Parkplatz erwartet, wir begrüßen uns herzlich und kaum an der Tür zum Etablissement,  fragt Kugler: “Fahrstuhl?” Na klar, immer! In der Knüppelbude läuft bereits Mucke, Kugler ist schon eine Weile hier, die zweite Frage dreht sich gleich ums Bier. Na klar, immer! Wir setzen uns und fangen an zu quatschen, über Proberäume, Underground-Bands, neue Scheiben. Dieser Proberaum hier bietet so eine kleine Abstellkammer. Ich finde das ungemein praktisch, sind wir doch in unseren SCRAM Proberäumen immer fast in die Bierkästenstapel gelaufen, die sich unmittelbar hinter der Tür befanden, weil woanders kein Platz dafür war.
Für das Foto mit Kugler bleiben dennoch nicht so viele Möglichkeiten. Klar auf dem Sofa wäre schon okay, aber in Kopfhöhe verläuft ein breiter weißer Kabelkanal, das möchte ich nicht. Und in die Besenkammer will der Gitarrist nicht 😉
Also ran an den Marshall Full-Stack, sieht ja auch cool aus. Das Gefummel mit dem Licht zieht sich länger hin als sonst, mein Modell zeigt sich jedoch geduldig.
Nach den Fotos sitzen wir wieder, die Recorder-App läuft, und ich versuche aus meinem Gegenüber Kindheits- und Jugenderinnerungen heraus zu kitzeln 😉
Ich hätte jetzt nix gegen ein zweites Pilsener – es plaudert sich so gut – muss aber passen, die Heimfahrt verbietet es.
Kugler begleitet mich noch bis zum Auto, wir verabschieden uns zum nächsten Wiedersehen. Zwei Stunden sind vergangen. Sehr angenehme Stunden.

Kugler (29) Brauer, Malzer

Fan, Musiker

Kugler kann sich noch gut erinnern, mit fünf Jahren über seinen Walkman „Joyride“ von Roxette rauf und runter gehört zu haben. Glücklicherweise hinterließ das keine bleibenden Schäden und der Junge scherte sich vorerst nicht weiter um Musik. Das änderte sich im Alter von elf, als ihn sein großer Bruder – selbst ein Metalhead – unter seine Fittiche nahm. Kugler wurde also bedächtig an die verschiedensten Genres herangeführt, mit CDs versorgt und verbrachte nun auch immer mehr Zeit im Proberaum des Bruders. Hier fanden dann auch die ersten Schritte hin zum Musizieren statt, Kugler lernte Gitarre und fand auch erste Mitstreiter um eine Garagenband zu gründen, welche aus unerfindlichen Gründen jedoch in einem Kuhstall zu proben pflegte 😉 Nach dem einen oder anderem Scharmützel mit verschiedensten Muckern gründete er Drenched In Blood, und ist bis heute deren Gitarrist.
Kuglers größte Leidenschaft gilt dem Schweden-Deathmetal, und hier im besonderem Hypocrisy, was jedoch das Wildern in anderen Metal Genres oder gänzlich anderen Musikrichtungen nicht ausschließt, wie er betont.

spielt Gitarre bei Drenched In Blood
spielte bei Fenris

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