SCRAM – Der letzte Gig Teil 2

Das Konzert

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Natürlich sind Scram absolut pünktlich vor Ort, in der Beziehung müssen wir der Liebling aller Konzertveranstalter gewesen sein, dass wir dafür auch immer zeitig nach Bier gefragt haben, mochte einigen nicht so geschmeckt haben 😉 Raus mit dem Kram, rein in die Parklücke…so eine zu finden war, mein Fußmarsch kam mir ewig vor. Gustl nutzt die leicht abschüssige breite Toreinfahrt um mit seinem geilo Flight Case Fahrt aufzunehmen…bis ihm die Fuhre unheimlich wird 😉 Im Slaughterhouse sind die Techniker des Clubs und Felix – Gene’s Sohn, Mastermind von Rotten & Poor Promotion und Veranstalter in Personalunion – bereits am Schrauben, an der Bühne und am Licht. Felix hat für das zweite ROTTEN AND POOR STAGE KILL neben uns die Bands Xicution und Antimensch gewinnen können, die Veranstaltung ist sein Baby. Mit allerlei dämlichen Witzen (ok, da war Hans noch nicht da!) und in leicht angespannter aber guter Laune bauen wir auf. Xicution, die erste Band auf dem Billing sind auch schon vor Ort, wir werden als erste den Soundcheck machen, wie immer fällt der bei uns recht unspektakulär aus, schön kurz. Dazu muss man aber sagen, dass der Sound auf der Bühne schon recht ausgereift geklungen hat. Also ich hab mich gehört :-))) Jetzt wären Antimensch dran, welche jedoch noch nicht da sind, was bei Felix etwas Nervosität aufkommen lässt, aber noch liegt alles im zeitlichem Rahmen, Ruhe bewahren. Wir ziehen derweil in das Backstage um, einmal über den Hof, Treppe rauf, im Gepäck das Bier für die Bands! Das Backstage ist eine Mischung aus Küche und Büro, ziemlich geräumig mit einem großen ovalen Tisch, jetzt heißt es praktisch „nur noch“ warten. Ich merke, dass nun endlich Lampenfieber bei mir einsetzt, was sich daran äußert, dass ich wenige Lust verspüre mich zu unterhalten, vielleicht hilft ein Bier? Und wenn ja, wie lange? Ich kann mich ja nicht volllaufen lassen. Ok, dann hätte ich definitiv kein Lampenfieber, aber dem Gig würde das nicht gut bekommen, das wissen alle , weshalb es gilt, Maß zu halten. Die ersten Gäste treffen ein, darunter meine liebe Gattin und viele Freunde und Bekannte aus der fuck’n town, ich freue mich ehrlich und es fällt mir doch leichter mich in Konversation zu üben, ohne ständig an den Gig zu denken.

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es grüßt…der Schlagzeuger

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FB check

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roll’n thunder!

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Gatekeeper

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das Slaughterhouse

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Dann geht es endlich los, Xicution starten ihre auf der Bühne stehende handbetriebene Sirene und treten dem Publikum im „blut“überströmten Antlitz gegenüber. Die Eberswalder bieten groovigen Deathmetal, der beim Publikum gut ankommt, nett sind sie außerdem 🙂 Ich lenke mich derweil mit Fotografieren ab…der viele Nebel macht daraus allerdings kein Vergnügen…verdammt!

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Xicution

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Xicution

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Xicution

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Xicution

Ich wende mich also mal an den Nebelkerzenwerfer, er gelobt Besserung…nach mehreren erneuten Salven aus der schier unendlich produzierenden Maschine glaube ich nicht daran…Wie viele Stunden verbringen Bands eigentlich sinnlos in Backstage Bereichen? Und warum? 😉 Wie alle Bands dieses Planeten hatten auch wir ALLES! Kalt, Feucht, Ranzig, Gemütlich, Geil, Warm…ich weiß noch wie Gene einen elektrischen Ölradiator zwischen den Knien am Beginn einer ernsthaften Erkältung TEE!!!!! trinkend in Frankfurt an der Oder auf das Ende wartete…gespielt hat er dann dennoch! Die Gedanken kreisen…wie jede Band haben wir einiges erlebt und das Meiste sind gute Erinnerungen…voller Spaß und Freundschaft. Genau. Freundschaft war und ist das worum es immer ging. Wie lange dauerten Meinungsverschiedenheiten bei uns? Sie überstanden kaum eine Bierlänge, das macht es aus.

Antimensch: Aus unseren guten Kumples Schleiße Stankend Gliud, wurden vor geraumer Zeit Antimensch, wir lieben die Typen, haben schon oft zusammen Gigs bestritten und unzählige Bier geleert. Bier…ok, ich nehme noch eins für die Antimensch Show mit runter. Das Licht ist immer noch Scheiße, der Nebel ist im Dauereinsatz, meine Blitze erhellen die Szenerie…wobei, manchmal mehr als mir lieb ist und ich habe keinen Nerv gegen zu steuern, nicht jetzt, nicht heute. Max hat bei Antimensch’s neuem Song „Sei Gott“ seinen ersten Einsatz heute, er genießt es sichtbar und dem coolem Gig der Antimenschen gibt es das, was Evil sich immer schon wünschte, zwei Gitarren live! Das war auch unser Anliegen, als wir Max von Tormentor ins Boot holten, zwei Gitarren…er war jung und brauchte das Geld 😉 Ich begrüße noch während des Antimensch Gigs Jakob, den Mann hinter dem Stahlwerk. Er hat es tatsächlich wahr gemacht, so viele Jahre kennen wir uns nun schon, oft trafen wir uns da und dort…waren zu Gast im Stahlwerk, highjackten den Sender mit einer Torte, als Jakob noch der Telefon Mann war…wenig später war er der Moderator…wir gaben ihm Beistand als er in Brandeburgs Pampa aus dem Wandelhof Schwarzheide gesendet hat und heute ist er da um unseren Abschied mit zu feiern.

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Antimensch

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Antimensch

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Max (Tormentor) feat. Antimensch

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Antimensch

Backstage: Eine Mischung aus Abgeklärtheit und Anspannung macht sich unter uns breit, wir labern mit den Jungs von Antimensch unsere Gedanken sind allerdings schon auf der Bühne…wann geht’s los? Ein Anruf von Felix soll das Startzeichen sein, der Anruf kommt nicht, er müsste doch längst…Gustl ergreift die Initiative er ruft unten an…was ist denn nun??? Viertel Stunde noch. Sie wird ewig erscheinen.

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Felix – Rotten & Poor Promotion

Gig: Iron Maiden läuft, als wir im Schutze der Dunkelheit über den Seiteneingang die Bühne betreten, unser Publikum beginnt sofort mit Gejohle und Pfeifen…so hatten wir’s noch nie! Intro. Einstieg mit „Water“ geil, das hat geklappt. Mit Euphorie werden wir empfangen, gar gefeiert…das hätten wir nicht erwartet, auch nicht, dass so viele den Weg aus der fuck’n town auf sich genommen haben,um uns noch einmal zu sehen…wir sind ehrlich gerührt. Geiles Licht, gute gezielte Nebeleffekte(Felix sei Danke), jetzt würde ich auch gern fotografieren 🙂 Dafür ist aber heute auch unser Haus und Hoffotograf Denis da, der extra nach der Schicht aus Rostock gekommen ist, thanx Brother! Wir haben eine wirklich gute Zeit auf der Bühne, grinsen uns die ganze Zeit an, geben Alles und haben Spaß. Im letzten Drittel zieht Gustl über zwei Strippen die Vorhänge zweier Backdrops rechts und links des Drumkit, es erscheinen zwei lebensgroße Abbilder von Lemmy. Wir ehren unser Idol mit „Orgasmatron“, die Crowd dreht durch…es gibt Schnaps von der Bar (eine wirklich tolle Geste, die im Slaughterhouse jeder Band zuteil wird). Wir spielen „Scram“ und am Ende, weil’s einfach passt „Simply The Dead“. „…this is the end… this is the end… this is the end“

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IHR!!!

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in memory of Lemmy Kilmister

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pic by Denis

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pic by Denis

Aus: das war es jetzt also. Das waren Scram, vielleicht so, wie ihr und wir sie nie erlebt haben, noch zwei Zugaben, die wir gern geben und dann verstummen die Amps, die Gitarren werden abgestellt, die Drumsticks kommen auf der Snare zur Ruhe…this was the end.

Emotionen: euer Feedback war unbeschreiblich, wie viele Hände haben wir geschüttelt, wie viele Umarmungen gegeben…wir haben in viele Gesichter gesehen, die uns Glück wünschten und uns ehrlich dankten für unseren kleinen Beitrag als Band an unserer Szene. Dafür haben wir zu danken. Danke!after show_3

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Reno!!!

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Nachdem sich der schöne Trubel gelegt hat, die Gäste den Heimweg angetreten haben, machen auch wir uns daran…ja woran eigentlich? Bier, Bier, Bier…Bett, Bett, Bett? So ungefähr. Taxi kommt. Großraum, damit wir alle zusammen nach Spandau kommen. Das ähh Bier wandert geöffnet in die Lederjackentaschen, die Stimmung ist großartig, wir lassen den Taxifahrer wissen, wie unser Gig war. Er ist beeindruckt 😉 Dann trennen sich unsere Wege. Meine liebe Frau J. und ich werden bei Gustl pennen, Max bei Gene. Wieder Umarmungen, lange und herzlich. Vor der Wohnungstür Botten aus…ups, da kleckert ja Bier aus der Lederkjacke! J. hat es tatsächlich vergessen und so fließt das kühle Nass beim Öffnen der Schnürsenkel in den Hausflur. Gelächter…Psst nicht so laut! Gustl legt noch die neue „The Cult“ auf den Plattenteller…fump und zisch…in gedämpfter Lautstärke sitzen wir noch ein Stündchen. Solche Abende sollten nie enden…ihr kennt das.

Abreise: Die Sonne lacht, im Kreis Gustel’s Familie frühstücken wir und machen Pläne für den Frühling, den nächsten Besuch. Abschied, wir müssen zum Bus, der uns zum Slaughterhouse bringt, wo mein Auto abgestellt ist. Auf der Heimfahrt hören wir gute Musik…denn am Ende bleibt immer Musik!

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