CAPTIVATED – Engagiertes Videoprojekt in verfallenden Gebäuden

title Hörsaal

Dieses Jahr führten mich eine Reihe von Fotoshootings an Plätze meiner Heimatstadt, die dem Verfall preisgegeben sind. Zwei Gymnasiasten – einer mein Sohn – die sich in Zusammenarbeit mit der Stadt Guben um eine dokumentarische Aufarbeitung eben solcher Objekte kümmern wollen, luden mich als Fotograf dazu ein. Schon beim Fotografieren im ersten Objekt – einer ehemaligen Schule – spielten sich aber noch ganz andere Dinge in diesem Lost Place ab. Meine beiden Compagnons geisterten mit abenteuerlicher Helm-Kamera-Konstruktion und Scriptblock durch die altehrwürdigen Gänge, die einst von hoffentlich meist lachenden Kindern zum verbotenen Rennen benutzt wurden. Was die beiden umtrieb  wurde erst Wochen später bekannt, nach der Veröffentlichung des ersten Teils von CAPTIVATED, einem fiktiven Computerspiel. Der zweite Teil erschien dieser Tage, und der Aufwand der getrieben wurde ist nochmal um ein Vielfaches höher als beim ersten Teil. Grund genug, die Macher mal auszufragen, was das für ein abgefahrenes Projekt ist. Dazu lud ich meinen Sohn Moritz zum Interview. Los gehts:

Man behind CAPTIVATED

Moritz – Let’s Player und Creator von Captivated

Popper: Moritz, am Anfang aller solcher Interviews steht immer die Frage, mit wem man es zu tun hat. Mir ist bisher noch kein sinnvoller Grund eingefallen, warum man es am Ende fragen sollte, also bleibe ich bei diesem Usus. Wer bist du, was machst du so?

Moritz: Erst einmal vielen Dank für die Gelegenheit dieses Interviews! Mit meinen 17 Jahren bin ich derzeit immer noch dabei, am hiesigen Gymnasium mein Abitur zu erringen, in ein paar Tagen geht’s dann schon ins letzte, 12. Schuljahr. Aber das ist jetzt nicht wirklich interessant, weshalb hier auch meine Freizeitaktivität Nummer 1 Erwähnung finden sollte. Seit 2012 betreibe ich (relativ) professionell einen Gaming YouTube-Kanal. Dort werden tagtäglich “Let’s Plays” (hierbei spiele ich ein Videospiel und kommentiere diese nebenbei) und gelegentlich auch andere Gaming Inhalte hochgeladen. Auf jenem Channel finden sich auch alle Videos bezüglich CAPTIVATED.

Popper: Moritz, Du sagst professionell, ich verstehe dann immer gleich Geld verdienen – du verdienst mit dem Kanal Geld???

Moritz: lacht Soweit sind wir auch nach vier Jahren noch nicht. Allerdings produzieren wir unsere Inhalte mit einem sehr hohen Standard. Zudem haben wir auch Kontakte in der Spieleindustrie, sodass wir schon das ein oder andere Mal Spiele vor dem Erscheinen antesten durften oder einige Games auch kostenfrei von den Entwicklern erhielten. Auf der Gamescom, die vor ein paar Tagen war, konnten wir zudem auch zu einigen Presseterminen (ich zwar nicht, da ich an der polnischen Ostsee war, allerdings der Co-Host unseres YouTube Kanals) und dort auch schon Spiele vor dem Release sehen und anspielen.

Popper: Zurück zu CAPTIVATED. Ich hab hier ein Fotoblog, versuche es doch mal so zu erklären, als würde es nicht in einem Tech-Blog stehen 😉

Moritz: Im Grunde ist CAPTIVATED ein fiktives Videospiel. Es existiert also gar nicht als ein richtiges Spiel, welches man sich kauft und dann mit nem Controller oder so zockt, sondern ist es eine Kurzfilmreihe, die durch Videoschnitt und -bearbeitung einem Videospiel (im Fachgargon ein “1st person mystery-adventure”) sehr ähnlich sehen soll.

Popper: Wie sehen die Vorarbeiten für solch ein Projekt bei euch aus?

Moritz: Da wir CAPTIVATED die meiste Zeit wie die Kurzfilmreihe behandeln, die sie eigentlich ist und nicht als Videospiel, haben wir die typischen 3 Phasen der Filmproduktion; Die Pre-Production, die Production und die Post-Production. In der Pre-Prod., also der Vorarbeit, setze ich mich zusammen mit Vincent, dem Co-Project-Lead (jeder mag solch tolle Bezeichnungen, oder?) zusammen und wir machen erst einmal ein kreatives Brainstorming. Ganz grundlegend; wo wird diese Folge spielen? Können wir in das Gebäude? Was können wir dort filmen? Sobald wir einen Ort haben machen wir uns um die Handlung der Episode Gedanken. In diesem Moment denken wir auch ein wenig als Spieleentwickler. Das hat den Hintergrund, dass wir uns dann die Frage stellen, was man als Entwickler vom Spiel CAPTIVATED in einem neuen Update erreichen möchte. Welche neuen Features können wir dem “Spieler” bieten? Am Ende hat so jede Folge sein eigenes Thema und sogenannte “Gameplay-Mechaniken”, Dinge, die man in einem Videospiel machen kann. In Folge 1 hatten wir das ganz klassische Mystery-Adventure. Sammle Sachen, interagiere mit der Welt und finde deinen Weg aus dem Schauplatz. Folge 2 baut auf diesen Spielmechanismen auf und erweitert sie. So haben wir jetzt Dialoge mit einer Kontaktperson, einen Schusswechsel und mehrere Audiofiles, die man sich in einem Inventar anhören kann. Für Folge 3 haben wir auch schon ein Thema, aber das bleibt natürlich geheim ;-). Haben wir dann eine genaue Vorstellung von der Handlung legen wir eine Liste mit Ereignissen an, die innerhalb der Folge stattfinden sollen. In Folge 2 waren dies etwa die Audiofiles oder der Schusswechsel. Wenn wir den Ort vor den Dreharbeiten besichtigen konnten machen wir diese Liste gleich chronologisch, bei Folge 2 war dies jedoch nicht der Fall, weshalb wir nur Anhaltspunkte von gewissen Räumen hatten und dann vor Ort improvisieren mussten.

Popper: Und wie läuft das dann vor Ort ab?

Helmkamera

High-Tech Helmkamera-Halterung aus Zwiebeldose

Moritz: Die Liste mit den Ereignissen und der Handlung wird ausgedruckt und mitgebracht, sowie die Requisiten, die wir für die jeweilige Folge brauchen. Wenn wir den Ort wie bei Folge 1 kennen wissen wir genau, wo wir anfangen, wo welche Szene spielt und wo alles endet. Bei Folge 2 war das etwas anders, da wir nur rund vier Stunden hatten, uns den Schauplatz zum ersten Mal zu betrachten, zu schauen, wo unsere Events am besten passen und zu filmen. Ist das aber alles geklärt setze ich mir meistens unsere tolle Kamerahalterung bestehend aus einer (und jetzt bitte nicht allzu sehr lachen) mit Taschentüchern ausgestopfte Röstzwiebelbox mit einem hineingeschnittenen Loch für die Kamera (Patent angemeldet) auf und wir fangen an zu filmen. Bis wir dann erstmal den richtigen Winkel für die Kamera selbst gefunden haben vergehen erst ein paar Minuten, danach geht’s aber richtig los. Während ich unserem Protagonist Hände und manchmal auch Beine und Füße leihe, übernimmt Vincent die wortlosen Statistenrollen, in Folge 2 etwa einen toten Wachmann, eine seltsame Gestalt die verschwindet und einen maskierten Angreifer. Eine Folge teilen wir in mehrere Szenen auf, sodass wir zwischendurch noch mal etwas überdenken oder für eine Szene auch 2 Takes aufnehmen können. Von ungefähr drei oder vier Stunden, die wir zumeist an den Orten verbringen haben wir am Ende rund 30–60 Minuten reines Material, mit dem es dann in den letzten Teil, der Post-Production, geht.

Popper: Wie wählt ihr die Orte aus? Und kann man da einfach so rein?

Moritz: Oha, das ist eigentlich Vincent’s Expertise. Aber da er gerade vielbeschäftigt ist versuche ich, das mal grob zu beantworten:Im Grunde haben wir immer mehrere Gebäude in Aussicht, die wir für das eigentliche Fotoprojekt nutzen wollen. CAPTIVATED spielt immer in den Gebäuden, die auch fotografiert werden, um gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. So kommt es auch, dass wir die Episoden nur relativ kurzfristig schreiben können, da wir nur wenige Wochen oder gar Tage vorher wissen, für welches Gebäude wir die Erlaubnis bekommen.

CAPTIVATED, green room

The green room – Labor CFG Guben

Das regelt Vincent dann entweder mit der Stadt oder den jeweiligen Eigentümern der Gebäude.

Popper:  Ok, jetzt habt ihr also den ganzen Kram auf Speicherkarten, was passiert damit?

Moritz: Nun, die Post-Production, zu Deutsch “Nachbearbeitung”, ist nicht nur der letzte, sondern auch der aufwendigste Teil. Während für die Vorbereitung vielleicht vier oder fünf Stunden und für das eigentliche Drehen noch mal vier Stunden ins Land ziehen, sind es bei der Post-Production gute 20–30 Stunden, die man vor Schreib-, Schnitt- und Audioaufnahmeprogrammen verbringt. Aber der Reihe nach: Ist das Material erst einmal auf dem heimischen PC angelangt geht es um die Auslese der besten Takes. Immerhin sollen aus 30–60 Minuten am Ende ungefähr 10 herauskommen, sodass man sich alles genau anschaut, Outtakes raus schneidet (und für später aufhebt) und einen Rawcut – den Rohschnitt – fabriziert. Der dient dann als Orientierung, wie die Folge am Ende mal grob aussehen wird und zudem auch als Basis für die Handlungselemente die daraufhin geschrieben werden. Gerade für die 2. Folge war eine ungemeine Vervielfältigung an gesprochenem und geschriebenem Wort von Nöten, aufgrund der 5 Dialoge mit Dave, der Kontaktperson, der zwei Audiofiles mit jeweils über eine Minute Länge Laufzeit und einiger cooler Oneliner – kurze Sätze, die der Protagonist zwischen den Geschehnissen einwirft. Habe ich die alle geschrieben geht es für mich parallel mit mehreren Aufgaben weiter; Zum einen fange ich mit dem Videoschnitt an. Das betrifft nicht nur das Zurechtrücken und -schneiden der Szenen selbst, sondern auch der “Interface Elemente”, beispielsweise dem Inventar, den Symbolen, die bei Objekten auftauchen, mit denen man interagieren kann, etc. – im Grunde alles, was CAPTIVATED wie ein Videospiel aussehen lässt. Und da ich die selbstredend nicht aus dem Internet sauge nehme ich mein Grafikprogramm zur Hand und designe alles selbst. Neben der Arbeit im Grafik- und Videoschnittprogramm kümmere ich mich auch um Soundeffekte. Da der Ton der Kamera mit der wir aufnehmen nicht so besonders ist, vertone ich alle Episoden komplett neu. Fußschritte, Aufheben von Gegenständen… im Grunde fast alles stelle ich vor dem eigenen Mikrofon nach und füge es dann im Videoschnittprogramm ein. Bei extravaganten Geräuschen wie etwa einem Helikopter oder dem Schießen und Nachladen eines halbautomatischen Maschinengewehrs bediene ich mich dann aber doch Soundbibliotheken – ein Helikopter wollte eben einfach nicht ins Zimmer passen.

making of SFX

Schritte hörbar machen – Muttis gute Küchentücher und Ersatzfliesen

Popper: Aber schießen, also schießen hättest du doch im Zimmer können, oder etwa nicht?

Moritz: Ich glaube, das hätte die Nachbarn nicht sehr erfreut. lacht Während ich also mit Video und Bild beschäftigt bin habe ich noch zwei weitere Baustellen. Zum einem gebe ich den Rohschnitt und alle Infos zur Folge an unseren Musiker weiter, damit er anfangen kann, den Soundtrack für CAPTIVATED zu schreiben. Zum anderen kümmere ich mich um die Vertonung des gesprochenen Wortes. Für Folge 2 habe ich erstmals Sprecher für das Projekt gecastet. Die wollten dann auch eingewiesen und aufgenommen werden. So vergeht Woche um Woche, und irgendwann fügt sich alles zu einem Großen und Ganzen zusammen. Ganz einfach, oder?

Popper: Öhm…im Vergleich dazu kommt mir Fotografieren etwas armselig vor…aber nur für einen kurzen Moment 😉 Du erwähnst, neue Sprecher und Musiker. Fangen wir mal mit den Sprechern an, wie kommt man an Sprecher, zumal ihr ja alles in englisch gehalten habt?

Moritz: Das Internet ist so ein wunderbarer Ort, um neue kreative Köpfe kennen zu lernen. Für die Sprecher habe ich mich da einer Casting-Seite bedient, bei der man seinen Aufruf startet und sich Sprecher dann für die Rollen bewerben können. Die Seite ist hauptsächlich auf englisch, insofern war das mit der Sprache schon mal kein Problem.

Popper: Apropos  Englisch, wieso habt ihr euch für Englisch entschieden?

Moritz: Nicht nur, dass wir mit einer Produktion auf Englisch am Ende mehr Leute erreichen können, da einfach mehr Menschen Englisch als Deutsch sprechen, doch war es ebenso auch meine persönliche Präferenz, da ich die englische Sprache als “schöner” als die deutsche empfinde. Wie dem auch sei, am Ende hatten wir ungefähr 8 oder 9 Bewerbungen für den Protagonisten, und das bereits nach wenigen Tagen. Eigentlich sollte der ganze Casting Aufruf 3 Wochen laufen, jedoch haben wir uns schon nach wenigen Tagen auf Gerrit Schaetzing geeinigt, der für uns nun fortan unseren Protagonisten vertont. Chris Dungan wäre unsere 2. Wahl für den Prot. gewesen, glücklicherweise brauchten wir ja auch noch einen Sprecher für unsere Kontaktperson Dave, weshalb wir Chris dafür auch noch casten konnten.

Popper: Gerrit Schaetzing, ist der nicht Schriftsteller?

Moritz: lacht Das nicht, aber tatsächlich ist der deutsche Schriftsteller Frank Schätzing ein Verwandter von Gerrit. Erst nachdem ich Gerrit für den Protagonisten gecastet hatte hat sich übrigens herausgestellt, dass er Deutsch-Amerikaner ist, was mir bei seiner Bewerbung gar nicht aufgefallen ist, da sein Englisch akzentfrei und somit wunderbar für den Job geeignet ist.

Popper: Okay, und wer sind die anderen Sprecher?

Moritz: Neben Chris und Gerrit als professionellere Sprecher wirken insgesamt fünf Akteure an der 2. Folge von CAPTIVATED mit. Unser Musiker spricht nebenbei noch die Audiofiles ein, meine Wenigkeit hat dort auch eine ganz kleine Sprecherrolle (ich hab ja in der 1. Folge den Protagonisten gesprochen, was dann aber zu einem der Hauptkritikpunkte wurde hust) und natürlich hast du auch eine alles andere als unwichtige Rolle zu sprechen.

Popper: Du meinst diese zwei Sätze die ich nach drei Bier eingesprochen hatte, joah…einmal Mic, immer Mic 🙂

Moritz: Klar, noch waren es nur einige Sätze, aber die Rolle des Boss’ wird später noch wichtiger und interessanter, also in Zukunft bitte nüchtern erscheinen lacht

Popper: Du machst mir Angst! Aber was mich als Musikfreak natürlich besonders interessiert, die Musik. Ja! Was ändert sich in diesem Punkt in Teil 2 von CAPTIVATED?

CAPTIVATED_Max-Musik

Der CAPTIVATED Musiker – Max von Tormentor

Moritz: In Sachen Musik? Eigentlich alles! In Folge 1 hatten wir ja ganz spärliche Musik aus kostenlosen Soundpools einer Internetseite. Es war nicht viel, es war nicht selbst produziert aber es hat seinen Dienst getan. Doch natürlich kann man so in dieser Fasson nicht weiterarbeiten, möchte man seinen Qualitätsanspruch steigern, und das haben wir zumindest mit jeder neuen Folge vor! Also haben wir den Mann ins Boot geholt, von dem wir wussten, er würde es gern machen und er würde es verdammt gut machen. Max Seipke, Frontmann der Thrash Metal Band TormentoR und zugleich mein Bruder und dein Sohn schreibt für uns die Musik für CAPTIVATED und wie ihr in der 2. Folge gehört habt; ich habe nicht übertrieben, er hat wirklich hervorragende Arbeit bei der Musik geleistet, und das sogar unter Zeitdruck in weniger als 4 Wochen! Auch für die nächsten Folgen wird Max für uns den Sound von CAPTIVATED kreieren, darauf freuen wir uns wirklich!

Popper: Wie muss ich mir das vorstellen, hast du gesagt: “Mach mal was Cooles, wird schon passen”, oder…?

Moritz: Ganz so abwegig ist diese Vorstellung gar nicht lacht Wir hatten für die Musikproduktion dieser Folge CAPTIVATED immens wenig Zeit, weshalb es eben auch eine große Leistung von Max war, in rund einem Monat diesen hammermäßigen Soundtrack auf die Beine zu stellen.

Im Grunde bin ich an ihn herangetreten und habe gefragt, ob er nicht vielleicht für uns die Musik schreiben möchte. Er kannte die 1. Episode natürlich, aber da hatten wir – wie bereits erwähnt – nur “geborgte” Musik aus dem Internet, die jeder für seine Projekte benutzen durfte. So mussten wir uns beide also erst einmal an einen Stil herantasten. Natürlich hatte ich da auch schon einiges im Kopf, wie sich was zu welcher Zeit anhören könnte. Aber erst als Max seine Gitarre zur Hand nahm und meine Vorstellungen gleich in erste musikalische Skizzen umwandeln konnte, haben wir den Stil gefunden, den wir nun auch verwenden. Und so hat er mir in dieser Zeit immer Skizzen geschickt, ich habe sie entweder abgenickt oder kreativ daran herumgenörgelt und dann kam am Ende unser 10-minütiger Soundtrack heraus, den wir auch separat auf YouTube veröffentlicht haben.

Popper: Das Klavierstück – so zeigen die Credits am Ende des Videos – geht aber auf eine andere Kappe, warum?

Moritz: Nun, im Grunde hat jeder, der bei CAPTIVATED mitwirkt, mehreren Positionen inne, zumindest trifft das auf die meisten zu. Im Falle des Klavierstückes ist es der Sprecher unseres Protagonisten, Gerrit, der neben seinem Talent als Sprecher nebenbei auch hervorragend das Piano beherrscht und binnen von gerade einmal zwei Tagen (in der Release-Woche!) eine Klavierversion unseres musikalischen Hauptthemas eingespielt hat. Witziger Weise wusste ich ganz zum Anfang gar nicht, dass wir noch einen Pianisten unter uns haben, weshalb die Idee auch erst so spät kam. Und trotzdem ist das Ergebnis fantastisch!

Popper: Wie seht ihr CAPTIVATED, ist es Kunst, ist es Unterhaltung?

CAPTIVATED Morus as protagonist

Helmkamera, Knarre und Smartdevice – fertig ist der CAPTIVATED Protagonist

Moritz: Das würde uns zu der Diskussion bringen, die in der deutschen Politik schon seid Jahren rumgeistern; sind Videospiele Kunst oder nicht? Da wir allerdings kein Videospiel sind sondern eine Kurzfilmreihe ist die Frage einfacher zu beantworten. Wir sehen uns definitiv als Unterhaltungsplattform. Wir wollen die Leute mit unseren Geschichten unterhalten, das gilt für CAPTIVATED genauso wie für den Rest unseres YouTube Kanals.

Popper: Welches Resümee könnt ihr nach zwei fertigen Folgen CAPTIVATED ziehen.

Moritz: Ich spreche da einfach mal für alle Beteiligten, da wir mittlerweile bei 6 Mann angelangt sind; Es hat uns wirklich sehr viel Spaß gemacht, die Folgen zu planen, zu produzieren und die Reaktionen der Zuschauer zu sehen. Der deutsche Let’s Player Manuel Schmitt aka. Sgt Rumpel hatte mal in einem Vortrag erwähnt, dass die eigene künstlerische Selbstverwirklichung sehr wichtig ist, also etwas eigenes zu kreieren, bei dem keiner hinter einem steht und einem genau die Finger schaut und genau das war, ist und wird CAPTIVATED weiterhin für uns sein.

Popper: In Fotografenkreisen gibt es immer wieder die Diskussionen, wie wichtig oder unwichtig z.B. die benutzte Technik ist. Wie sieht das bei YouTubern aus, wie wichtig ist das bei CAPTIVATED?

Moritz: Auf YouTube allgemein gilt in den meisten Fällen, dass man schon eine ausreichend gute Qualität bieten sollte. Natürlich gibt’s da auch wieder einige sehr bekannte Videos, die auch mit schlechter Qualität Millionen an Aufrufen erreichen. In unserem Fall erwähne ich hier gern noch mal unsere Röstzwiebelpackungkamerahalterung. Was ich damit sagen will; wenn wir uns CAPTIVATED Folge 1 anschauen und vergleichend in die 2. Folge blicken gibt’s da schon eine Steigerung, was Videoqualität anbelangt, einfach nur, weil eine höhere Auflösung geboten wird. Jedoch muss man nicht unbedingt die beste und teuerste Kamera von einer beliebigen Marke haben, damit so ein Projekt funktioniert. Mit fast 1000 Aufrufen insgesamt bei der 1. Folge haben wir gesehen, dass man seine Geschichte auch in 720p erzählen kann. Wenn wir uns qualitativ steigern können ist das immer schön, jedoch ist es nicht unser Hauptansatz, in Folge 5 eine 4K Auflösung und Dolby Surround Sound zu bieten. lacht

Popper:  Ganz mein Ansatz, ich möchte auch nicht mit einer Kompaktknipse im Fotograben stehen. In erster Linie gilt es die Technik zu beherrschen, nicht zu besitzen. Am Ende eines Interviews kommt dann immer: “Möchtet ihr euren Fans noch was sagen, ihr habt das letzte Wort”. Tja, aber das ist mein Blog und ich habe hier das letzte Wort, außerdem musst du noch dein Zimmer aufräumen, da rede ich schon seit Vorgestern!!!

Moritz: Aber Papa, wir hatten doch gesagt, dass wir das nicht jetzt besprechen wollten!

Popper: Schweig Bengel, jetzt weht wieder ein anderer Wind!

Danke Moritz, für dieses informative Interview zu eurem Vidoeprojekt, die Einblicke waren selbst für mich, der ein Zimmer weiter sitzt sehr spannend. Wir sprechen uns dann zum dritten Teil wieder.

Moritz: Die Freude liegt ganz meinerseits, es hat mir sehr viel Spaß gemacht, über den Prozess des Erschaffens von CAPTIVATED zu reden, macht man schließlich auch nicht alle Tage lacht Und gern, ich freue mich drauf, nach dem 3. Teil wieder etwas mehr zu erzählen. Soll ich schon mal etwas über den 3. Teil verraten? Was ganz kleines?

Popper: Du hast das letzte Wort (damnit)

Moritz: In jener dritten Folge wird irgendwo ein Pentagram vorkommen… und es wird Verderben bringen… zieht lachend von dannen

 

CAPTIVATED_end session

Endszene auf dem Dach – plus, dem mysteriösen Koffer 🙂 Auf zu Folge 3

One Comment

  1. Thea Sebastian September 4, 2016

    Habe mich durch das lange Interview gekämpft,war aber sehr interessant und aufschlussreich.Die Videos habe ich mir auch angeschaut – die Idee mit den Untertiteln fand ich super – wir haben nämlich kein Englisch in der Schule gelernt.Auf den 3.Teil bin ich gespannt.Ich bin sehr stolz auf meinen begabten Enkel.Viel Glück für den 3.Teil

    Deine Oma

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