Gesichter einer Szene No.9

kann Teile von Kiss enthalten…

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Ich bin auf dem Weg nach Berlin, zum SCRAM Proberaum, es ist echt ein Jahr her, seid ich das letzte Mal zum Mucke machen diesen Weg genommen habe. Während der Fahrt sentimental den alten Zeiten hinterher hängen ist nicht, mich begleitet eine gute Freundin, die ich in Berlin absetzen soll, es gibt viel zu erzählen, was die Fahrt sehr unterhaltsam macht. Dennoch kreisen meine Gedanken ab und zu über dem kommenden Wochenende. Es gilt in erster Linie für den letzten offiziellen Scram Gig zu proben, unser Abschiedskonzert, denn Scram gibt es seit Mai 2015 nicht mehr. Aber! Meine Freunde besuchen und Mucke machen, das soll bleiben, wer weiß schon unter was für einem Label, letztlich ist das auch egal, der Weg ist das Ziel. Natürlich möchte ich auch während meines Berlin Trips die Serie voran treiben, weshalb ich mich mit Gene schon eineinhalb Stunden vor dem Eintreffen der Anderen verabredet habe. Gene erwartet mich bei unangenehmen Wetter am überdachten Eingang des Bunkers in Neukölln, wir umarmen uns brüderlich und er hilft mir mein Foto Geraffel und die Kiste Pilsener vom Auto zu holen, endlich im Proberaum macht es sogleich Pfump & Zisch, so lässt es sich gut an. Wir gehen daran mal zu überlegen, wie wir das Ganze in Szene setzen, wobei ich immer versuche die Befindlichkeiten genau abzuklopfen, Musiker – ich erwähnte es in einem früheren Beitrag schon einmal – haben meist schon bestimmte Vorstellungen. Und so kommt mir Gene’s Idee, direkt auf dem Fußboden vor seinem Amp Platz zu nehmen sehr entgegen, sie gefällt mir sogar ausgesprochen gut, also frisch ans Werk. Als das Licht passt, geben uns die ersten Ergebnisse auf dem Display Recht, es bedarf denn auch nur noch ein paar kleiner Korrekturen an Händen und Füßen, der Rest ist ein Selbstläufer, der Typ iss nun mal einfach ausgesprochen fotogen, manche aus meinem Freundeskreis sagen auch, von Gene gibt es keine schlechten Fotos, der sieht immer cool aus. So ist auch heute wieder mein Empfinden und wir gehen den Fragebogen durch, wobei mir die Geschichte, wie Gene zum Metal kam fast die Tränen in die Augen treibt (lest weiter unten im Steckbrief mehr dazu) Es ist sicher nicht das erste Mal, dass ich das höre, es ist eben aber auch immer die Art wie es von Gene erzählt wird. In den Gängen des Bunkers wird es unruhiger, Hans und Gustl – unsere Rhythmussektion – kündigt sich an…die Probe kann beginnen…und das nächste Shooting in unserem Proberaum wird nicht lange auf sich warten lassen.

Steckbrief:

Gene (45) Disponent

Fan, Musiker, Sammler, notorischer Konzertgänger, sowie Angestellter bei einer „großen Berliner Promo Agency“ 😉

Die Story, wie Gene im kritisch-pubertärem Alter von 15 Jahren zum Heavy Metal kam, ist öhm…gelinde gesagt etwas abenteuerlich. Bei einem Besuch seines Cousin, dessen Eltern wohl auch über hinreichende Westverwandtschaft verfügten, begeisterte dieser Gene mit Bravo Story und Bildchen der (O-Ton meines damaligen POS Schuldirektor: „Runengruppe KISS“) 🙂 Etwas benommen ob der krassen Rocker aus USA, begann nun für den Nena Fan eine Zeit der steten Unruhe, Kiss ließ ihn einfach nicht mehr los, obschon er bis dato nicht einen Takt von deren Mucke zu hören bekam. Das änderte sich ein paar Wochen später, als besagter Cousin mit einem Tape wedelte auf dem nun immerhin ein halber KISS Song zu hören war (die Kassette war dann leider zu Ende). Dieses Tape rotierte denn auch eine ganze Weile bei ihm, bis er irgendwann dahinter kam, dass das, was er da hörte Accept’s „Midnight Mover“ gewesen ist. Ok, dachte sich unser junger Gene „auch geil“ und das markiert praktisch seinen Einstieg in den „echten“ Heavy Metal, was letztlich auch dazu führte, selbst Musik zu machen und später die Thrash Band SCRAM zu gründen. Kiss Fan wurde er ob der Verwechslung natürlich trotzdem, wäre ja auch blöd mit so einem Spitznamen, oder? 😉

spielt derzeit elektrische Gitarre nur bei „Proberaum“

spielte bei Plooeetmaaeenärsz und SCRAM

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