Gesichter einer Szene No.12

drinnen vs. draußen…

Gesichter einer Szene_Zombiensche_1

Auf meinen heutigen Termin in Cottbus für die Reihe freue ich mich ganz besonders, denn: heute fotografiere ich die erste Frau für „Gesichter einer Szene“. Daran liegt mir wirklich viel, denn was wäre die Metal Szene oder das Leben im Allgemeinen, ohne das schöne Geschlecht? Nun hätte ich es mir einfach machen und meine liebe Gemahlin als Erste ablichten können, das wollte ich aber nicht, weil es mir zu öhm… einfach war 😉 Also nahm ich mit Zombiensche aus Cottbus Kontakt auf, und sie war gern bereit, dabei zu sein. So verabredenden wir uns für einen Sonnabend am Muggefug, der Szene Club No.1 in Cottbus, wenn es um harte Musik geht. Die Tür steht offen, (gut so!) ich gehe also mal die Lage peilen. Die Nachwehen der letzten Party sind noch nicht ganz beseitigt und an der Bar stehen die Jungs von EndWar Records die nebenan ihr Büro einrichten und eben Zombiensche. Ich gehe auf ihren Vorschlag ein, vor die Tür zu gehen und so vielleicht auch das Eingangsschild vom Muggefug mit auf das Foto zu nehmen, auf geht’s. Die Gegebenheiten draußen sind denkbar ungünstig. Zuerst einmal ist ja der Eingang zwar ganz normal zu begehen, jedoch eben auf Kellerniveau, ich gucke also mal durch den Sucher und sehe: schwierig. Außerdem kommt ständig die Sonne hinter den Wolken hervor, so dass Zombiensche die Augen zusammen kneifen muss. Nee, so wird das nüscht. Wir gehen also wieder rein und ich sehe mich um. Mein Blick bleibt sogleich an eben der Wand hängen, deren Bereich davor bei Konzerten im Club üblicherweise mit allerlei Musiker-Gerümpel voll gestellt ist, mir war diese Wand mit den großen Karos so nie aufgefallen. Die will ich unbedingt als Hintergrund, auch wenn das jetzt bedeutet, vor „fachkundigem“ Publikum zu fotografieren 😉 Auch der voluminöse Sessel der dort auf Sitzwillige wartet, kommt mir wie gerufen. Ich „schicke“ mein Model in die Zigarettenpause und schiebe alles Störende bis auf den Sessel weg und baue mein Licht neu auf, dann kann es losgehen. Des Sessels grüne Farbe kommt ja im eigentlichen Foto für die schwarz-weiß angelegte Serie eh nicht zur Geltung und das ist gut so, der Kontrast mit meiner zierlichen Protagonistin hingegen gefällt uns auf den ersten Testfotos richtig gut. Nach dem Fotografieren füllt mir Zombiensche meinen Fragebogen aus und wir quatschen noch ein Weilchen, bevor ich dann den Heimweg antrete. Tja, es war sehr angenehm die erste Frau für das Projekt zu fotografieren, und ich hoffe, es kommen noch viele hinzu. Also weitersagen!

Steckbrief:

Zombiensche (32) Friseurin (derzeit im Abitur)

Fan, Helfer im Gahlen Moscht Team & Keeper bei Misch Mosch Bar

als andere Kids, vor allem weibliche Teenager, alles darum geben, auf ein Konzert der Back Street Boys zu kommen, hatte Zombiensche bereits die Punk Musik für sich entdeckt. Das Gefühl irgendwie anders zu sein, machte ihr allerdings keine Sorgen, pfff…So kam es denn auch zu den ersten Besuchen der energiegeladenen Konzerte der Toten Hosen, in Begleitung ihrer Mutter.
Ihr Bruder hingegen ist dafür verantwortlich, dass Zombiensche den Weg einschlug, den sie heute zielstrebig weiter verfolgt und der ihr Leben in großen Teilen bestimmt. Selbiger nämlich, steckte ihr eine CD der deutschen Death Metaller Totenmond zu – die ja selbst mal als Punkband begonnen hatten – und diese Musik war quasi ihr Einstieg in die vielschichtige Welt des extremen Metal. Die Schwere und Düsterkeit dieser Musik beschreibt sie als „einfach passend“ für jene Zeit und seit her ist Schwarz die bestimmende Farbe in ihrem Kleiderschrank.

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eins in Farbe musste sein! bei dem Sessel…

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Test draußen – Idee verworfen…

 

2 Comments

  1. ines Juli 10, 2016

    Die wunderschöne Zombie’sche 🙂

    Deine Porträtreihe berührt und begeistert mich!!!

    • peter Juli 10, 2016

      danke, das freut mich

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