Auch mit Gref Grf habe ich mich – wie schon mit Shim – an einer Konzertstätte verabredet. Gref Grf lebt und arbeitet eigentlich in Berlin, ist aber zu Besuch in seiner Heimatstadt, weshalb wir uns für heute verabredet haben, auf dem Weg zur Fabrik – so der Name der Location – sacke ich ihn in mein Auto ein. Wir sind pünktlichst vor Ort und stehen, mal wieder trotz Absprache vor verschlossener Tür, verdammt! Wir schleichen ums Gebäude, hoffen irgendein Zeichen von Tätigkeit im Innern zu erhaschen und klopfen schließlich am zugehörigem Café, wo tatsächlich jemand zu sein scheint. Ein freundlicher Herr schenkt uns Gehör, lässt uns schon mal in den Konzertsaal und telefoniert etwas herum, um uns hernach grünes Licht für unser Vorhaben zu geben.
Meine Freizeitaktivitäten an jenem Sonnabend als mir Zombie für meine Serie zur geneigten Verfügung stand, waren recht vielschichtig. Ersteinmal war ich so eine Art Fahrer für den Gitarristen von Tormentor, welcher heute zum Aufnehmen seiner Gitarrenspuren für das neue Album in der Stadt weilte. Da er dazu auch mein Sohn ist bot es sich halt an. Ich hatte natürlich im Studio fotografische Aufgaben dokumentarischer Art, bediente bei Abwesenheit des Produzenten „Evil“ aber auch schon mal mit geschickten Shortcuts die Aufnahmesoftware, weshalb sich meine Ankunft bei Zombie um eine halbe Stunde verspätete. Positiv: das Wohnhaus, verfügt über einen Fahrstuhl, so dass ich mal nicht schnappatmig mit meinem Geraffel oben ankomme.
Ich habe mir diesen Sonnabend einiges vorgenommen. Gegen 11 Uhr steuere ich mein Auto Richtung Straupitz ins Ländliche, der erste Anlaufpunkt für meine heutigen fotografischen Aktivitäten. Hier warten allerdings nicht schlapp fünfzig neue „Gesichter einer Szene“ sondern eine öhm…Karnevalsgesellschaft auf mich. Ohne näher auf das Shooting einzugehen…es war Hardcore – und leider nicht im musikalischem Sinne – galt es doch in kurzer Zeit alle 25 Paare und ein Gruppenfoto in eineinhalb Stunden abzureißen…puhhh. Das war die Pflicht, bringt auch was ein – jetzt sollte die Kür folgen. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit Karneval absolut nix am Hut habe, weshalb ich mir als kleinen Höhepunkt dieses letzten Sonnabends im Januar ein Shooting für meine Serie organisiert habe.
Teil vier meiner Reihe. Es lässt sich gut an. Auch mit Reno bin ich schon sehr lange befreundet, wir haben wirklich viele coole Sachen erlebt, zwar sehen wir uns nicht mehr so oft, wie Ende der 80er oder in den 90ern, aber Reno war sofort auf der imaginären Liste meiner Wunschkandidaten. Vor einer Woche habe ich ihm also gesteckt, was für ein Projekt das ist, und er war sofort Feuer und Flamme, so dass wir uns eine Woche später bei ihm verabreden. Ich verpeile natürlich erst mal den Wohnblock – war doch schon länger nicht mehr da – muss ihn anrufen „…welcher Block, welche Nummer…ahh…ähh…ok, alles klar. Natürlich war es immer noch nicht klar, bepackt mit zwei Stativen und dem Fotokoffer klappere ich jetzt die Hauseingänge nach dem Namen ab…bis es an einem Küchenfenster klopft. Danke.