Triptykon live in Berlin

Triptykon live in Berlin – ein Konzertbericht

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Triptykon, eine Schweizer Band – hervorgegangen aus dem Split von Celtic Frost – um Mainman Tom G Warrior. Nach einer ersten Ep namens „Shatter“, welche zusammen mit einem unfassbar simplen aber genialem Video veröffentlicht wurde, folgen zwei Langspielplatten Bullshit, mein Sohn musste mich hier korrigieren, die „Shatter“ kam natürlich nach dem Debüt, aber weiter im Text…die in der Szene zu Recht große positive Resonanz fanden. Melana Chasmata – aus dem Jahr 2014 – erschien recht zeitig im Jahr und dennoch hat mich dieses Album so dermaßen umgehauen, dass ich unmittelbar nach Bekanntwerden der Tour mit At The Gates entsprechend Karten orderte, dass war irgendwann im Sommer? Die Zeit flog ins Land, das düstere Album der Schweizer begleitete und begeisterte mich immer wieder, je dunkler die Jahreszeiten wurden, desto passender wurde der lavasound artige, mit Eruptionen in Blast Orgien gespickte Black Metal und die Vorfreude auf den Gig wuchs stetig. Mit dem Metal Guardian Mag aus Brandenburg fand ich nicht zum ersten Mal einen Partner über den ich an einen Fotopass kam, was mir diesmal sehr wichtig war und ich bin jetzt noch froh darüber, dass es auch klappte, schließlich ist das keine Selbstverständlichkeit.

Am 20.12.2014 war es dann endlich soweit, gegen 17 Uhr fuhr ich mit meiner Frau und Freund „Evil“ gen Berlin, das Wetter vermochte dazu das passende Schauspiel bereit zu halten, pünktlich zu Abfahrt, verdunkelte sich der Himmel Quatsch,dunkel war es freilich schon. Es gab aber einen kleinen Temperatursturz und fette nasse Schneeflocken, beschlagene Scheiben bei stockfinsterer Nacht machten den Anfang der Fahrt zu einem kleinen Himmelfahrtskommando. Nach einer Weile beruhigte sich die Lage und auch mit Glätte war kaum noch zu rechnen, fast pünktlich erreichten wir die Hauptstadt. Am Einlass verzögerte sich zumindest mein Vorankommen, denn die Frage nach meinem Pass wurde erstmal damit beantwortet, dass alle auf der Liste schon „drin“ sind. Eigentlich. Es fand sich dann doch recht schnell mein Name (ohne Häkchen), alles klar…bis auf „… öhm, musst du mal warten ich habe gerade keinen Pass hier“. Klar warte ich. Für die Größe des Postbahnhofes dauerte das wirklich sehr, sehr lange, Zeit die dann für den Opener fehlen würde. Endlich im Inneren, begrüßten wir ein paar Freunde und verpassten so auch noch die letzten Songs von Morbus Chron…hmm.

Ok, ein Pils gekauft, die Umbaupause mit Labern verbracht, dann war es soweit. Der Konzertsaal war sehr gut besucht, ich schlängele mich durch das Dunkel rechts vor die Bühne zum Fotograben, zeige meinen „Lappen“, hole die Kamera aus dem Rucksack, lege den Gurt um und lausche voller Ehrfurcht dem Intro „Cruxifixus“, während sich – mir gleich – die Band in Position bringt. Im Graben sind freilich noch ein paar andere Fotografen und, wie mir scheint, ebenfalls der Metal Szene zugehörig (das ist auch keine Selbstverständlichkeit, besonders je bekannter die Acts sind). Ein Blick durch den Sucher gibt Gewissheit: es ist dunkel, die Levelanzeige ist Anschlag rechts. Schade, aber irgendwie hatte ich das befürchtet, grelles Licht passt irgendwie nicht zu Triptykon. Also Blende auf 1.8 festgetackert, Belichtungszeit manuell bei 1-100 sek, die ich versuchen will zu halten. Die Iso begrenze ich auf 1600, falls doch mal viel Licht kommt, wird die Iso-Automatik die Empfindlichkeit runter ziehen. Dazu kam es jedoch nicht. Vielmehr versuchte ich noch etwa mehr Licht mit einer 1-80/60 sek zu bekommen, dann wird es aber schon kritisch mit den Bewegungen der Band. Kein Licht und dann auch noch rot, es ist zum Jammern. Ich warte also auf Lichtspots, die hier und da von vorn kommen und nutze sie mit kurzen Serienaufnahmen. „Tack-Tack-Tack…“

Vanja Slajh, Triptykon

Vanja Slajh, Triptykon

Schön ist dafür, dass die ersten drei Songs bei Triptykon gut 20 Minuten lang sind, da hat man echt mal Zeit zum fotografieren und schnell bewegt sich bis auf den Drummer auch keiner 🙂 Ich verlasse den Graben schon etwas eher, da ich trotz der Verhältnisse ein recht gutes Gefühl habe und sehe mir von hinten den Rest der Show an, wobei ich ab und an vom Pult aus noch ein paar Bühnenshoots mache.



Zurück zur Musik. Die Songauswahl fand ich nicht sooo clever, da die Spielzeit der Band gerade mal rund 50 Minuten betrug und gleich zwei Celtic Frost Nummern in die Liste kamen. (Mir ist bis heute ein Rätsel, wieso At The Gates, die nach fast zwanzig Jahren mal wieder ein Album raus gebracht haben gleich als Headliner touren, das können wohl nur die Drahtzieher des Marktes erklären) Ich hätte mir schon gern „Shatter“ gewünscht, oder „Boleskine House“ und „Aurorae“ die live sicher bestechen… Ich will nicht zu viel meckern, denn ich fand die Band in guter Spiellaune, Tom Warrior war wohl ganz gut aufgelegt machte da und dort zwischen den Songs mal einen Scherz oder neckte sich mit Bassistin Vanja Slajh während des Musizierens. Das Konzert bleibt auf jeden Fall ein Highlight, schon deshalb, weil es ohne Firlefanz über die Bühne ging, Musik pur, exzellente Mucker und eine düstere Atmosphäre die schwer zu beschreiben ist. At The Gates hatten dem meiner Meinung nach nichts entgegen zu setzen, ihre Fans schienen sie jedoch überzeugt zu haben.

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