Gesichter einer Szene No.22

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Manchmal geht’s ganz schnell. Leo schrieb mir dieser Tage ein Mail, in der er sich kurz vorstellte, und bekundete, gern in meiner Serie „Gesichter einer Szene“ dabei sein zu wollen. Kein Problem. Oder…naja, vielleicht ein kleines, denn Leo wohnt in Berlin. Wenn sich Leute aus Berlin melden, kommuniziere ich erst mal, dass ich in Berlin für die Serie dann fotografiere, wenn ich eh in der Hauptstadt zu tun habe. Ich versuche dann also, es damit zu verbinden. Dazu habe ich eine kleine Liste, deren Aspiranten ich dann zeitnah anschreibe um herauszufinden, ob da terminlich was geht. Bei Leo passte es und so war er die erste Station meiner kleinen Berlin Rundreise, an deren Ende ich im Fotograben bei den Suicidal Tendencies stehen sollte. Ich hatte mir also einen Zeitplan gestrickt, Shortcuts mit den Routen zu den Adressen auf dem Homescreen des ach so schlauen Telefons abgelegt, Kaffee gekocht, Fotoequipment geladen, und Sonntag 13 :00 Uhr ging ich auf Tour. Der Verkehr war erträglich, ich kam gut durch, und fast pünktlich in einer beschaulichen Reihenhaussiedlung in Tegel an. Nach der Begrüßung gehen wir in Leo’s Zimmer, hier soll das Shooting stattfinden. Ich hätte auch gern woanders fotografiert, jedoch, kenne ich in so einer Stadt wie Berlin beileibe keine heißen Foto-Locations, somit bin ich da schon auf die Teilnehmer angewiesen, was Cooles zu finden. Und das klappt eben nicht immer, oder scheint schwieriger, als ich es mir vorstellen mochte. Egal, die Eltern von Leo gaben grünes Licht, in eben seinem Zimmer zu fotografieren. Mit Postern und Flaggen an der Wand, und allerlei Musikinstrumenten fand ich das Zimmer willkommen, und so machen wir uns an die Arbeit. Ich habe etwas Mühe eine angenehme Perspektive zu finden, so verrücke ich auch mal den Gitarren-Amp etwas im Zimmer, um Leo darauf Platz nehmen zu lassen. Auch beim Setzen meines Lichts benötige ich etwas länger als gewohnt, aber dann kann es los gehen. Nachdem wir uns an der sitzenden Variante abgearbeitet haben, möchte ich noch ein paar Fotos auf denen Leo lässig an die Wand gelehnt steht. All das macht Leo geduldig mit, als wir durch sind ist mir warm 🙂 Ich lasse mir von Leo seinen Weg in die Heavy Metal Szene beschreiben während ich den ganzen Kram wieder einpacke, Notizen werden angelegt. Tja, und dann ist es Zeit sich zu verabschieden und weiter zu ziehen. Leo hilft mir noch beim Tragen meiner Sachen zum Auto, wir haben knapp 30°C und ich bin sehr dankbar dafür.

Ich bin jetzt schon etwas über meinem Zeitplan. Zum zweiten Shooting für heute, werde ich eine Stunde später kommen, wenn…ja wenn ich jetzt noch einen Kurzbesuch einschiebe. Ich schiebe. Hier vorbei zu fahren hätte ich mir nicht verzeihen können. So fahre ich den kleinen Umweg nach Spandau zu meinem Schlagzeuger Gustl und seiner Family. Zwanzig Minuten später öffne ich das kleine Gartentor seiner Parzelle, Sekunden und Umarmungen später, öffnet Gustl mir ein kühles Pilsener. Herrlich! Von hier aus wird es nach Hellersdorf gehen. Dazu mehr im nächste Blog Beitrag.

Steckbrief:

Leo (16) Schüler

Fan, Musiker

Kiss scheinen ja wirklich eine enorme Anziehungskraft zu haben. Vor allem, wenn man noch nichts davon weiß, durch diese Band zum Heavy Metal Fan zu werden.
So geschehen bei Leo, der im Tegler Kiez auf einem Straßenfest das erste Mal mit Kiss konfrontiert wurde. Freilich, handelte es sich hier nun nicht um die echten Kiss, aber das ist ja auch nicht ausschlaggebend. Leo – damals so um die 12 – guckt sich also einen Straßenumzug mit allerlei fesch gestalteten Wagen und Menschen an, als vier Gestalten in KISS Outfit an ihm vorüber ziehen…darüber musste er dann erst mal nachdenken. Das Internet ist heute genau für derlei Dinge dein Freund und so recherchierte Leo im Netz, was es denn mit dieser Band, deren Double er da gesehen hatte, auf sich hat. Im Fortgang wurde in ihm einen neue Leidenschaft geweckt, die sich darin äußert, dass Leo natürlich viele, viele andere Bands des Genres für sich entdeckte und auch das Musizieren begann. So spielt er in erster Linie leidenschaftlich Gitarre, wie auch Bass und Schlagzeug. Eine aktuelle Band gibt es derzeit noch nicht, da ist Leo auf dem Weg alles mal abzuklopfen, was sich so anbietet. Und vielleicht klappt es ja bald mit Gleichgesinnten neue unbekannte Wege zu bestreiten, zu wünschen ist es allemal.

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