Gesichter einer Szene No.24

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Einige Wochen vor dem Shooting mit Kevin, hatte ich am Rande des „Mosht Gegen Krebs“ Festival, die Gelegenheit, die Einzelheiten dafür mit ihm abzuklopfen. Ein wichtiges Detail spielt dabei Kevins Auto. Selbst gelernter Schrauber, hat er an dem alten Opel so ziemlich alles, was es zu richten gab selbst erledigt, und so wurde der Astra ein treuer Gefährte.Vollgepackt mit Equipment oder Bier, oft mit Beidem, fuhr Kevin damit zu Konzerten seiner Bands, oder zu Festivals, und so verwundert es nicht, dass er zu der Karre eine gewisse Beziehung aufbaute, obschon es sich ja um ein „Ding“ handelt 😉 Kev’s Wunsch war also, der Astra soll mit aufs Bild. „Ok, das bekommen wir hin“, nahm ich den Mund – dabei abwinkend – mal wieder ziemlich voll. Denn, wenn ich so etwas fotografiere, muss es auch gut aussehen. Gut heißt: entweder in einer Halle (schwierig zu organisieren) oder so, dass das Gefährt recht freigestellt steht. Freigestellt ist auch schwierig, ein Parkplatz ist zu banal, (ok, vielleicht abends so mit der Platzbeleuchtung hätte es seinen Reiz) und Straßen mit niedrigem Horizont sind auch nicht überall, vom Verkehr mal abgesehen. Was tun? Der Termin rückte näher und näher und keine Idee. Bis auf… Einen Tag vor dem Shooting, auf meiner Heimfahrt, komme ich kurz vor dem Ziel an so einer Fahrsiloanlage vorbei. Also Betonwände mit außenseitigen Stützen, in die mittels Radlader Stroh oder Heu, oder was weiß ich eingelagert wird. Ich gucke mir das mal näher an und befinde es für durchaus geeignet, das Treffen soll kurz vor Sonnenuntergang stattfinden, und damit ist alles so, wie ich es brauche. Samstag holt mich Kevin ab und wir fahren mit dem Astra zur Siloanlage, kaum fünf Minuten Weg, und wir sind da. Ich dirigiere Kevin so, dass er den Bock ca. 45° zu den Betonwänden rückwärts einparkt, dann baue ich mein Licht auf. Der Hauptblitz kommt direkt von vorn aber auch 45° von mir gesehen und ist natürlich für Kevin und das Auto. Ein zweiter Blitz steht nahe dem Heck des Opel und wird sein Licht hauptsächlich auf die Wände und deren Stützen werfen. Beim Fotografieren achte ich darauf, dass ich den Himmel über den Betonwänden von vorn herein nicht im Bild habe, er wird nicht benötigt. Ich kenne Kevin nun schon eine ganze Weile, und klar, haben wir uns viel zu erzählen, was in sehr angenehmes Shooting mündet. Einzig, etwas Mucke wäre cool gewesen, das wollten wir der angekratzten Batterie jedoch nicht zumuten. Für Kevin sind es die letzten Fahrten mit dem Opel, welcher aus Gründen dann weg muss. Also komme ich seiner Bitte gern nach, und mache noch ein paar Erinnerungsfotos vom Auto selbst, wobei ich mich auch schon mal für eine devote Position auf den Beton lege 😉 Wir sind guter Dinge als wir den Ort des Geschehens verlassen, aber auch dankbar, dass uns kein aufmerksamer Bauer mit Wachtier gestellt und verscheucht hat. Es sind die kleinen Dinge, die Freude bereiten können, wisst ihr? 😉

Steckbrief:

Kevin(24) KFZ Mechatroniker im Maschinenbaustudium

Fan, Musiker

Kevins Altvorderer hört gern Hard Rock. Kevin hört gern Black Metal. Aber meistens kommt man ja nicht als Black Metal Fan auf diese gottverfluchte (hehehe…) Welt, es muss sich entwickeln. Die Musik, die Kevins Vater also so gern hörte, gefiel auch unserem – damals Fünfzehnjährigen – und Nirvana könnte man als Kevins Einstieg bezeichnen,sich ernsthaft mit Mucke zu beschäftigen. Beim Schlendern durch das Zeitungsregal des örtlichen Supermarktes fiel dem jungen Kevin ein Metal Hammer in die Hände, wobei nicht überliefert ist, ob er eventuell, gewisse andere Magazine suchend, unterwegs war 😉 Das Heft lesend und den Beileger hörend, verschaffte sich Kevin seinen ersten Überblick über deutlich krassere Musik, wobei ihm das Hörbeispiel der Norweger Gorgoroth besondere Verzückung bescherte. Derart berauscht füllte Kevin alsbald seinen ersten Bestellschein aus, der neben der Ad majorem Sathanas gloriam“ von eben dieser Combo aus Bergen, auch das aktuelle Album der polnischen Urgesteine Vader „Impressions in Blood“ listete.

Well done…

spielt Gitarre bei Tormentor

spielte bei Vargsjel, Cooookiethief und How I Shot Your Mother

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2 Comments

  1. Antworten
    Chrissi Juni 24, 2016

    Wieder sehr geil geschrieben! Ich mag ja deinen Schreibstil sehr gern. :3
    Den Protagonisten hast du in dieser etwas anderen Location sehr gut in Szene gesetzt. 🙂
    Weiter so! 😀
    Cheers,
    Chrissi

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