Teil 2 – die Frostfeuernächte 2017 im Rückblick

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Als ich Sonnabend kurz vor neun meinem Wecker zuvorkomme – welcher mich dazu animieren möchte, wie jede Woche mit dem Fahrrad zum Bäcker zu orgeln – ist Eines schon mal beruhigend: Ich weiß, wo ich bin 😉 Ihr kennt das; du machst irgendwo Party, pennst da, wachst anderntags auf und starrst entgeistert gegen eine dir unbekannte Zimmerdecke! Diesmal nicht, alles cool, Tag zwei der „Frostis“ beginnt seinen Lauf zu nehmen.

Meine Liebste kommt gerade aus dem Bad zurück, auch ich werde jetzt ‘ne Dusche nehmen, dann wollen wir in die Mensa, mal nach Frühstück gucken. Vorher checken wir die Smartgeräte und den Tisch, auf welchem zwei angefangene Dosen Lech ihr Dasein fristen. In einem ersten Anfall von Ordnung entscheiden wir, die Dosen in den Ausguss zu entleeren, doch, öhm warte mal: (ich prüfe) …die sind doch noch gut! Tatsächlich hat das Bier noch sehr gut Kohlensäure und so kommen wir noch vor dem Kaffee auf die ersten halben Pilsener – gern auch Neigetrinken genannt.

Wir ziehen die Lederjacken über die Hoodies und verlassen das Steinhaus Richtung Mensa. Das Tageslicht erlaubt uns nun viel mehr vom Gelände zu sehen, ach und da unten ist ja auch der See!

Vor der Mensa treffen wir auf Beaten Victoriouses und wir verabreden uns für in plus/minus einer Stunde unten am See, um das anberaumte Shooting abzuhalten. Vor dem Frühstücksraum entrichten wir 4,50 Euro pro Nase um uns drinnen was zu Essen zu organisieren. Der Raum ist gut gefüllt und die Stimmung ist gut, schließlich werden hier die Erlebnisse der letzten Nacht ausgetauscht 🙂

Ein paar frische Schrippen aufgeschnitten, Butter und Belag dazu, jetzt noch zwei Kaffee und mit etwas Glück zwei freie Plätze…passt. Nachdem wir uns gestärkt haben, stellen wir uns nochmal nach zwei Kaffee an, denn der Kaffee rennt nicht so schnell durch die Maschinen, wie der Andrang nach dem Koffeingetränk verlangt…

Wir gehen zum See hinunter. Auf dem Eis sind verschiedene Aktivitäten zu beobachten. Zwei Typen beschmeißen sich mit Holzstücken, irgendwie scheint es Ziel zu sein etwas zu treffen, jedenfalls gibt es als Belohnung, oder Strafe(?) Bier 😉 Vom Steg aus beobachten einige andere das lustige Treiben wie von einer Tribüne aus, auch hier erfreut man sich bereits einiger Kaltgetränke. Weiter rechts hacken wieder andere mit einer Axt auf das Eis, vermutlich möchte man fischen.

Wir müssen jetzt zum Steinhaus um diverse Ausrüstung für das Shooting zu holen, ein Lichtstativ, samt Blitz und Funkauslösern wird reichen…naja und halt die Kamera. Zum vereinbarten Zeitpunkt trudeln dann die Musiker von Beaten Victoriouses ein, zwei müssen nochmal zurück, weil sie keine Boots anhaben…und es waren nicht die beiden Mädels! 😉 Wir werden zwei verschiedenen Einstellungen probieren, einmal auf den offenen See heraus, die andere Richtung Ufer. Beaten Victoriouses

Bei beiden ergeben sich echt gute Motive, zumal die Band gut weiß, wie sie wirken möchte. Das geile am Eis ist, dass ich mein Lichtstativ drauf rumschieben kann, als hätte es Rollen, coole Sache. Irgendwann sehe ich außen links im Sucher zwei nackte Kerle, die sich anschicken, in den See einzusteigen – dafür war also das Loch…mir läuft es eiskalt den Rücken runter. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir fertig und durchgefroren…uns zieht es ins Zimmer zum Aufwärmen.

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Auf dem Weg treffen wir noch Gérard, der sich gerade mit seinen Freunden daran macht, den Holzkohlegrill anzuschmeißen, die Mittagszeit ist schließlich ran. Auch vor dem Steinhaus ist man nicht untätig, einige Cottbuser haben es sich draußen an den Holztischen gemütlich gemacht, auch hier wird gegrillt, im Hausflur steht die Kochplatte mit den Spätzle im Topf 😉 Bald treibt es uns wieder zurück in die Mensa, schließlich hat der Konzertteil bereits begonnen. Es ist so gegen 13 Uhr, wir holen uns ein frisches Bier und sehen mit Frostland unsere erste Band des „Abends“

Zu 16:00 Uhr habe ich mich mit Steven verabredet, um ihn für „Gesichter einer Szene“ hier auf dem Gelände zu fotografieren. Schon gestern Abend hatten wir mit Steven und seiner Frau sehr angenehme Gespräche geführt, wir verstanden uns auf Anhieb, sodass wir einige Zeit auf dem Festival zusammen verbracht haben. Ich habe wieder einen Teil meiner Fotoausrüstung dabei und wir suchen uns ein Gebäude mit dankbarem Hintergrund. Mehr dazu gibt es später in einem separatem Blogeintrag.

Nach diesem Shooting bin ich nochmal deutlich mehr von Kälte durchzogen, abermals ziehen wir uns für eine Aufwärmphase ins Zimmer zurück, machen uns ‘ne Weile Mucke an und zischen jeder ein Lech, bevor es wieder zum Ort des Geschehens zurückgeht.

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Die erste Band, die mich heute so recht beeindruckt, sind Ära Kra, gerade deren Shouter fasziniert mich mit seiner ungestümen Art. Das führt dazu, dass ich mich entscheide zu versuchen, die Jungs Backstage nach dem Gig zu fotografieren, was ich in letzter Zeit schon einige Male bei anderen Bands gemacht habe. Totgelichter sind gänzlich in blaues Licht getaucht, was praktisch nur ihre weißen Klamotten auf der Bühne sichtbar macht. Geiler Effekt, fotografieren kann man sowas allerdings nicht, jedenfalls nicht sinnvoll :-) Egal, auch diese Band kann mich im zweiten Drittel überzeugen.

Als nächstes sind unsere Kumpels von Arroganz an der Reihe, Jeannine und ich genießen die Show, ich drehe meine Runden um Fotos zu machen, das Bier läuft. Nur gut, ich hatte mir auf Geheiß meiner Liebsten auch mal was zu Essen geholt, so ‘ne Bratwurst is’ schon was Feines :-) Backstage geht es jetzt ganz gut ab, Fäulnis stehen in den Startlöchern, und die Jungs von Endstille sind gut aufgedreht, so entstehen hier ein paar coole Fotos, die die Atmosphäre sehr schön wiedergeben.

Fäulnis waren mir zwar ein Begriff, live sind sie mir bisher noch nicht untergekommen. Und Hell yeah, geil! Die Band schafft es nach meinem Gefühl, ihrem treibendem Black Metal einen gewissen Anteil von Punk-Attitüde hinzuzufügen. Und gerade Shouter Seuche bringt das mit seiner prolligen Art verdammt gut rüber. So entsteht neben derer von Todgelichter und Arroganz auch ein After-Show Foto von Fäulnis und es geht daran, sich für den Headliner eine Suppe zu ordern, jedoch hat Jeannine das bereits erledigt, gutes Mädchen 😉

So langsam merke ich nun, wie das leckere Bier und der doch anstrengende Tag ihren Tribut von mir zollen, ich bin so langsam durch. Noch einmal ziehe ich fotografierend eine Runde durch die vorderen Reihen, während Endstille der dankbaren Crowd das geben, wonach sie verlangt.

Das Ende der Show erlebe ich nicht mehr, somit auch nicht die Kollaboration von Arroganzs -K- und Seuche im Set von Endstille, ich bin einfach fertig 🙂

Wir laufen zurück, das Bett ist uns willkommen, müde, aber mit dem Gefühl, was Geiles erlebt zu haben, sinke ich in den Schlaf…

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Und sonst?

Ausgeruht machen wir uns Sonntag auf die Rückreise. Wir haben eine Menge erlebt, angeregte Gespräche geführt und tolle Menschen kennen gelernt. Das Festival mit seinem einzigartigem Flair hat uns in seinen Bann gezogen.

Wir planen auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein, doch, so scheint es, die Zukunft der Frostfeuernächte ist ungewiss. Am Ende konnte Veranstalter Felix nicht alle Kosten decken.

Doch die Szene ist nicht untätig und es wurde eine Aktion ins Leben gerufen, Felix finanziell unter die Arme zu greifen.

Auf der Plattform Leetchi könnt ihr unter Adresse:

https://www.leetchi.com/c/projekt-von-frostfeuernaechte

Felix eine Spende in den Hut werfen.

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